Nie mehr Rasenmähen! Artenvielfalt durch Faulheit

Artenvielfalt durch Faulheit


Ja, richtig gehört! Wer den Rasenmäher wochenlang im Schuppen lässt, leistet einen wichtigen Beitrag für den Artenschutz. Es gibt keine einfachere und bequemere Art, Insekten zu helfen. Man kann es auf die einfache Formel bringen: Weniger Rasenmähen, mehr Bienen.

Kräuterwiese


Ein Rasen wird durchschnittlich einmal die Woche gemäht. Für Insekten wird er damit wertlos. Zwischen den raspelkurzen Hälmchen haben weder Wildblumen noch Wildkräuter eine Chance zu sprießen. Düngung und Unkrautvernichtungsmittel zerstören noch das letzte Leben im Rasen. Leider ist es auch kein Zeichen für Artenreichtum, wenn die robusten Gänseblümchen schnell wiederauftauchen. Eine Hummel, die suchend über den Rasen fliegt, findet genau NICHTS!

Nun auch wissenschaftlich bestätigt: Seltener mähen, mehr Bienen


US-amerikanische Forscher haben es ausprobiert. Sie ließen 16 Rasenflächen in ein, zwei und dreiwöchigem Abstand mähen, Pestizide waren Tabu. Dann zählten sie die Anzahl der Wildbienen. Das Ergebnis war wenig überraschend: Der wöchentlich gemähte englische Rasen schnitt am schlechtesten ab. Der Rasen, der nur alle drei Wochen gemäht wurde, war am artenreichsten. Der Grund: Hier konnten endlich wieder „Insektennahrung“ wie Klee und Löwenzahn sprießen.

In jedem Rasen schlummern zahlreiche Wildblumen!


Der Wildbienenexperte Paul Westrich geht noch einen Schritt weiter: Er empfiehlt, den Rasen nur noch zwei bis vier Mal im Jahr zu mähen. Durch das hohe Gras kommt man dann am besten mit der Sense oder dem Balkenmäher. Wichtig ist, den Rasen nicht mehr zu düngen und den Rasenschnitt sofort abzutragen. 
Als Mäh-Zeitpunkt eignen sich Ende Mai / Anfang Juni und September. Erst dann kann sich eine gewisse Artenvielfalt entwickeln: neben Gänseblümchen, Löwenzahn und Klee auch Gamander-Ehrenpreis, die kleine Braunelle, Spitzwegerich, Scharfer Hahnenfuß und die Gundelrebe. All diese Wildblumen sind eine wertvolle Bienenweide.

Alternative zur Wildblumenwiese:


Eine üppig blühende heimische Wildblumenwiese ist schweißtreibende Arbeit, weil die Grasnarbe abgetragen werden muss. Der selten gemähte Wildkräuterrasen ist eine gute Alternative dazu. Wer etwa Platz für spielende Kinder braucht, kann auch kleine Inseln stehen lassen und drumherum mähen.

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